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	<title>Die PR&#62;Indianer</title>
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	<description>Auf den Pfaden der Kommunikation</description>
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		<title>Lebensfreude durch und mit Musik &#8211; Man achte auf die Zwischentöne</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 22:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ludger Brenner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Indianerwelt]]></category>
		<category><![CDATA[PR & Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ausgehend  von der Frage, ob wir uns wirklich immer auf die Musik zur Gänze einlassen und was diese dann in Folge bewirken kann, ist in mir der Gedanke laut geworden, ob wir Musik "nur" noch verkonsumieren, ohne sie wirklich zu verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 346px"><img style="margin: 5px;" title="Zwischentöne" src="http://die-satzschmiede.de/photos/2010-06-27_zwischentone.jpg" alt="" width="336" height="252" /><p class="wp-caption-text">Zwischentöne</p></div>
<p>Was kann Musik, gleich welcher Stilrichtung, mit dem Thema (persönliche) Lebensfreude oder auch einfach nur Glück gemein haben?</p>
<p>&#8220;Das ist eigentlich recht simpel&#8221;, werden Sie mir jetzt wahrscheinlich antworten. Und in der Tat fühlen wir uns einfach wohler, wenn wir Musik hören, die uns schlicht gefällt. Heute ist es so einfach geworden, seine Musik jederzeit und immer hören zu können. Diese kleinen mobilen Geräte machen es möglich. Kein Vergleich zu dem ersten <em>Walkman</em>, welchen man als Schüler stolz vorzeigte, der jedoch auf Grund einer gewissen Unhandlichkeit schnell wieder zu Hause blieb.<br />
Wenn man sich das heutige Straßenbild betrachtet, sieht man sie immer häufiger &#8211; Menschen mit den kleinen Stöpseln im Ohr, welche mit einem kurzen Griff zu einem unscheinbaren MP3-Player fix eine Einstellung verändern oder einen anderen Titel ihrer Sammlung anwählen ohne das lästige Vor- oder Zurückspulen. Und ich gestehe, dass ich mir vor wenigen Wochen ebenso ein solches Gerät zugelegt habe.</p>
<p>Und dennoch &#8211; was vermag die Musik in uns auszulösen? Nehmen wir die Feinheiten eigentlich immer wahr, wenn wir uns beschallen lassen?</p>
<p>Jüngst kündigte mir ein guter Freund per Mail an, dass er <span id="more-872"></span>ein Konzert bei Hannover besuchen wolle, in welcher die Bachsche Kantate &#8220;Ich habe genug&#8221; aufgeführt werden würde (BWV 82). Seine derzeitige Situation ist von diversen <em>Grabenkämpfen </em>geprägt und er ergänzte in seinem Schreiben, dass er sich in gewisser Weise auf eine vergleichbare Ruhe freue. Und auf den ersten Blick, verkörpert diese Komposition in gewisser Hinsicht eben auch dieses Sehnen nach einem friedlichen Dasein.<br />
Sicher, diese Äußerung kam aus dem Moment heraus und er verband die vermeintliche textliche Aussage mit seiner aktuellen Situation. Nur mir kamen an dieser Stelle Bedenken.</p>
<p>Ausgehend  von der Frage, ob wir uns wirklich immer auf die Musik zur Gänze einlassen und was diese dann in Folge bewirken kann, ist in mir der Gedanke laut geworden, ob wir Musik &#8220;nur&#8221; noch verkonsumieren, ohne sie wirklich zu verstehen. Ich denke, dass es nicht von Belang ist, von welcher Epoche oder Stilrichtung wir reden.  Denn damals wie heute machen sich Künstler, Komponisten, DJs, Tonschöpfer etc. Gedanken über und um das, was sie kreieren. Nur, hören wir das auch? Nehmen wir es zur Gänze war?</p>
<p>Lassen Sie mich bei dem erwähnten Beispiel meines Freundes bleiben:<br />
Johann Sebastian Bach verfügte nicht nur über eine äußerst klare Vorstellung, was die tonale Dichtkunst anging, sondern er verfolgte mit seinen Werken auch häufig Aussagen, welche in das persönliche weltliche Leben Eingang finden konnten. Und so verhält es sich auch mit dieser Kantate. Nicht die Sehnsucht nach der ewigen Ruhe wird angestrebt, sondern das Verlangen nach <strong>dem Leben</strong>. Eine Intention, die damals wie heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat.</p>
<p>Bach komponierte die Kantate 1727 anlässlich des Kirchenfestes <em>Mariä Lichtmess</em>. Thematisch geht es um den alten Simeon, der Jesus als den Messias erkennt als dieser von seiner Mutter in den Tempel  gebracht wird. Nun weiß der betagte Mann, dass sein Warten ein Ende hat und seine Prophezeiungen wahr werden. Sein Leben ist erfüllt und er kann &#8220;mit Freuden sterben&#8221;. Um dies auszudrücken, greift Bach tief in die <em>&#8220;Trickkiste&#8221;</em>, der ihm zur Verfügung stehenden musikalischen stilistischen Mittel. So sind die ersten beiden Arien, von tragender Weite komponiert. Anfangs führt die Oboe einen unnachahmlichen Dialog mit der Solostimme. Es folgt ein Wiegenlied &#8211; die zweite Arie -, welche den Charakter des ersten Satzes unterstreicht. Und dann?</p>
<p>Dann geht es fröhlich, ja tänzerisch (3/4tel Takt) weiter. Die dritte Arie ist quasi der Höhepunkt der gesamten Kantate. Hier räumt Bach auf mit dem kirchlichen Klischee, alles sei dunkel, von abwartender Haltung oder gar fremdbestimmt. Er nutzt ganz direkt diese Arie, um zu vermitteln, dass  Hoffnungslosigkeit und Depression nicht <em>gottgegeben</em> sind. Dieser starke, ja extreme Kontrast dieser Arie zu den beiden Ersten ist es, was die Kantate <em>&#8220;Ich habe genug&#8221;</em> eigentlich ausmacht.</p>
<p>Und genau dies hat mein Freund aus dem Moment heraus außer Acht gelassen. Nicht, weil es ihm nicht aufgefallen wäre. Er konzentrierte sich jedoch, bestärkt durch seine Situation, auf die ersten beiden Arien und den Titel der Kantate &#8211; nicht auf das Gesamtwerk.</p>
<p>Man achte auf die Zwischentöne&#8230; Wir haben immer die Wahl, uns auf ein einziges Element oder auf mehrere zu fokussieren. Meist ergibt sich bei Betrachtung einer gesamten Szene oder eines ganzen (musikalischen) Stückes ein neues, ein anderes Bild &#8211; eine andere Stimmung.</p>
<p>Somit steht (für mich) fest,  dass der <em>Meister des Barock</em> keine Hoffnungslosigkeit, sondern vielmehr Freude und Optimismus verbreiten <strong>will</strong>. Und damit die Freude auf und an dem Leben &#8211; man achte eben auf die Zwischentöne.</p>
<p>Bach setzte mit Werken wie diesen ein Zeichen und den Hinweis, einmal genauer auf die Dinge des Lebens zu achten. Ebenso verhält es sich mit dem <a href="http://www.d-lol.de/" target="_blank">&#8220;:D-lol -Deutschlands erstem offiziellen Lebensfreudetag&#8221;</a>.</p>
<p>Da haben sich Menschen zusammengesetzt und beabsichtigen einen Tag voller Freude, Spaß, guten Ideen und Lebenslust zu initiieren. Schon jetzt gibt es einen Blog, der auf das Ereignis hinweist und alle animieren möchte, sich im Vorfeld, an dem Event selbst und darüber hinaus aktiv einzubringen.</p>
<p>Ich freue mich auf den <em> <img src='http://www.pr-indianer.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> -lol</em> im Frühahr 2011 in Berlin.</p>
<p>Abschließend noch die dritte Arie, der beschriebenen Kantate. Viel Spaß beim Hören &#8211; beim Erleben der Freude, der Veränderung der Sichweise.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="loop" value="false" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/h2CHLg_-3QI" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/h2CHLg_-3QI" loop="false"></embed></object></p>
<p>Weitere Informationen zu Deutschlands erstem offiziellen Lebensfreudetag:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.d-lol.de/" target="_blank">www.d-lol.de</a></li>
<li><a href="http://www.facebook.com/Lebensfreudetag" target="_blank">www.facebook.com/Lebensfreudetag</a></li>
<li><a onmousedown="UntrustedLink.bootstrap($(this),  &quot;9af33VkjAGDGGcfribbxYINfbOg&quot;, event);" rel="nofollow" href="http://www.nlp-masterclass.de/" target="_blank">www.nlp-masterclass.de</a></li>
<li><a onmousedown="UntrustedLink.bootstrap($(this),  &quot;9af33qmhLVdWPpfwBy3GkzQrWIQ&quot;, event);" rel="nofollow" href="http://www.ars-scribendi.com/" target="_blank">www.ars-scribendi.com</a></li>
<li><a href="http://www.pr-indianer.de" target="_blank">hier, auf diesem Blog <img src='http://www.pr-indianer.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </a></li>
</ul>
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		<title>Wenn die Indianer auf Löwen treffen&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 23:07:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ludger Brenner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Unser Löwe scheint in all diesen Punkten eine Ausnahmeerscheinung zu sein. Fröhlich lässt er Seifenblasen tanzen und läuft dabei ganz beschwingt das Rollfeld runter. Es macht den Eindruck, dass er uns auffordere, ihm zu folgen, wie es die Kinder in der Schlusssequenz auch machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/D3VGFQ5JxoE" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/D3VGFQ5JxoE"></embed></object></p>
<p>Da tanzt er mitten durch die Prärie &#8211; besser über die Landebahn der Flughafens Tempelhof in Berlin: Der &#8211; unser Löwe.</p>
<p>Gemeinhin ist die Raubkatze bekannt dafür, in der afrikanischen Savanne zu leben. Laut diverser Lehrbücher ist er ein Rudeltier. Und wenn so ein Löwe Hunger hat, tut man gut daran, ihm nicht zu begegnen.</p>
<p>Unser Löwe scheint in all diesen Punkten eine Ausnahmeerscheinung zu sein. Fröhlich lässt er Seifenblasen tanzen und läuft dabei ganz beschwingt das Rollfeld runter. Es macht den Eindruck, dass er uns auffordere, ihm zu folgen, wie es die Kinder in der Schlusssequenz auch machen. Die Musik lässt uns erahnen, dass dies gewiss nicht die letzte Begegnung gewesen ist. Ruhig und leicht ist die gesamte Atmosphäre.</p>
<p>Keine Frage: Dieser Löwe ist mehr als freundlich. Er möchte uns etwas zeigen.</p>
<p>Was die PR&gt;Indianer mit dem Löwen zu tun haben und warum wir Freude daran hatten, uns näher auf ihn einzulassen, können Sie bald hier in diesem Blog lesen. Außerdem sollten Sie sich folgende Webadresse schon einmal notieren: www.d-lol.de</p>
<p>Weitere Informationen finden Sie auch bei unserer Kollegin Stephanie Ristig-Bresser und ihrem <a href="http://www.ars-scribendi.com/barrierefrei/-kulissenblog/" target="_blank">Kulissenblog</a>.</p>
<p>Und wer es gar nicht erwarten kann, dem sei schon mal eine ganz besondere Facebook-Seite (früher: Fanseite) empfohlen: <a href="http://www.facebook.com/posted.php?id=100000971185028#!/pages/D-lol-1-offizieller-Lebensfreudetag-Deutschlands/118046808236748" target="_blank">1. offizieller Lebensfreudetag Deutschlands</a></p>
<a href="http://www.addtoany.com/add_to/hotmail?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="Hotmail" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/live.png" width="16" height="16" alt="Hotmail"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="LinkedIn" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/linkedin.png" width="16" height="16" alt="LinkedIn"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/myspace?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="MySpace" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/myspace.png" width="16" height="16" alt="MySpace"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/yahoo_bookmarks?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="Yahoo Bookmarks" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/yahoo.png" width="16" height="16" alt="Yahoo Bookmarks"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/typepad_post?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="TypePad Post" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/typepad.png" width="16" height="16" alt="TypePad Post"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/blogger_post?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="Blogger Post" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/blogger.png" width="16" height="16" alt="Blogger Post"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/twitter?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="Twitter" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/twitter.png" width="16" height="16" alt="Twitter"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/technorati_favorites?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="Technorati Favorites" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/technorati.png" width="16" height="16" alt="Technorati Favorites"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="Facebook" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/facebook.png" width="16" height="16" alt="Facebook"/></a> <a href="http://www.addtoany.com/add_to/friendfeed?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B" title="FriendFeed" rel="nofollow" target="_blank"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/icons/friendfeed.png" width="16" height="16" alt="FriendFeed"/></a> <a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save?linkurl=http%3A%2F%2Fwww.pr-indianer.de%2F%3Fp%3D866&amp;linkname=Wenn%20die%20Indianer%20auf%20L%C3%B6wen%20treffen%26%238230%3B"><img src="http://www.pr-indianer.de/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a>]]></content:encoded>
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		<title>Mit dem Barden durch Irland</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 11:28:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Über die Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie wollten schon immer einmal nach Irland? Mit diesem Wunsch stehen Sie nicht alleine da. Kaum ein Land scheint mehr mit Mysterien, Mythen und Geheimnissen verbunden zu sein und zum Träumen anzuregen. Kaum einer, der keine leuchtenden Augen bekommt, wenn er die beeindruckenden Landschaften der Emerald Isle zu Gesicht bekommt – und wer einmal dort gewesen ist, den zieht es immer wieder dorthin ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 346px"><img title="Gods of Neale" src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/2010-05-21_gods_of_neale_1.jpg" alt="Gods of Neale" width="336" height="252" /><p class="wp-caption-text">Roibeard McElroy auf Spurensuche</p></div>
<p>Sie wollten schon immer einmal nach Irland? Mit diesem Wunsch stehen Sie nicht alleine da. Kaum ein Land scheint mehr mit Mysterien, Mythen und Geheimnissen verbunden zu sein und zum Träumen anzuregen. Kaum einer, der keine leuchtenden Augen bekommt, wenn er die beeindruckenden Landschaften der Emerald Isle zu Gesicht bekommt – und wer einmal dort gewesen ist, den zieht es immer wieder dorthin.<span id="more-846"></span></p>
<p>An der Universität habe ich unter anderem Bekanntschaft mit der Oral Poetry – das ist die mündliche Überlieferung von altem Erzählgut – sowie der Dichtkunst mittelalterlicher Barden und Skalden gemacht. Die wechselvolle Vita des mittelhochdeutschen Dichters Walther von der Vogelweide hat mich sogar dazu inspiriert, einen eigenen Roman über das Leben eines Barden zu schreiben. Nie hätte ich jedoch gedacht, dass es sie wirklich noch gibt – diese Bewahrer der wahrhaft schönen Künste, die in unserem modernen Medienzeitalter wie Relikte aus vergangenen Zeiten anmuten mögen. Doch dann lernte ich Roibeard McElroy kennen – einen echten Barden, Dichter und Schriftsteller, der außerdem als Fremdenführer Einblicke in sein persönliches Dublin und ganz Irland gewährt, die sonst keine Pauschalreise bieten kann. Daher haben wir uns zusammengesetzt – die spurensuchende PR-Indianerin und der Dubliner Barde, der mit seinem unerschöpflichen Wissen über Irlands Geschichte ein echter Fährtenleser der vergangenen und gegenwärtigen Mysterien ist. Und an diesem Treffen möchte ich Sie heute teilhaben lassen …</p>
<p><em>Roib, Du bist in Irland geboren und lebst auch heute noch dort. Was bedeuten dieses Land, seine Kultur und Sprache für Dich?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Irlands Geschichte reicht weit in die Vergangenheit zurück und ist geprägt von Schmerzen, Leid und Sorgen. Sowohl die Kultur als auch die Sprache Irlands liegen mir sehr am Herzen – und es stimmt mich überaus traurig, dass die irische Sprache – und damit verbunden das kulturelle Erbe – im Sterben begriffen sind. Die Ur- und Frühgeschichte Irlands ist ein Beweis dafür, dass wir es mit einem mystisches Land zu tun haben, das auch ohne Übertreibung als die Insel der Heiligen und Gelehrten bezeichnet werden kann. Mir ist diese Verbindung sehr wichtig, da sie meiner Meinung nach wesentlich für das Land, seine Kultur, Legend und vieles mehr ist.</p>
<p><em>Du bist ein überaus kreativer Mensch – kann man denn sagen, dass Irland einen inspirierenden Einfluss auf Dein Schaffen hat?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Ja und nein. Nein, weil ich sowohl vielen Dingen, die in Irland geschehen sind, als auch der Art, wie sich die Menschen hier verändert haben, mit widersprüchlichen Gefühlen gegenüberstehe. Darüber bin ich nicht besonders glücklich. Die Menschen scheinen sich dessen gar nicht bewusst zu sein, weswegen ich mich mir manchmal wie Joyce oder Beckett vorkomme und mich ein wenig entwurzelt und beklemmt fühle. Doch stets, wenn ich verborgene, heilige Plätze besuche, verspüre ich den starken, inspirierenden Einfluss, den sie auf mich haben. Sie scheinen so eine Art Nährboden für Kreativität zu sein. Ein besonders treffendes Beispiel dafür ist Tara, der legendäre Sitz der irischen Hochkönige im County Meath. Hier verbinden sich Geschichte, Mythologie und Archäologie zu einem gemeinsamen Themenstrang.</p>
<p><em>Du bist sowohl Dichter als auch Schriftsteller. Worüber schreibst Du am liebsten?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Über viele verschiedene Themen: Politik, Protest, Spiritualität, Mystik, Apokalypse, Sport, Soziales, Geheimnisse der Vergangenheit, Legenden, Mythen, das Erbe der Barden. Aber wenn ich meine Lieblingsthemen nennen müsste, wären das sicher spirituelle und geschichtliche Themen sowie die Überlieferung der alten Dichtkunst.</p>
<p><em>Du lebst zwar in Irland, bist aber in der Welt zu Hause. Welche Länder hast Du bisher besucht – und welche haben Dich besonders beeindruckt?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Außerhalb von Europa bin ich bisher zwar noch nicht gewesen, dafür habe ich diesen Kontinent sehr intensiv bereist, besonders die Iberische Halbinsel, Schottland und Wales. Mein nördlichstes Reiseziel ist Stockholm gewesen, die am weitesten im Osten gelegenen Punkte waren Rumänien und die Ukraine. Besonders fasziniert bin ich von Languedoc in Südfrankreich, dem Baskenland und Galizien, den schottischen Highlands und Transsilvanien.</p>
<p><em>Gibt es Orte, die einen besonders inspirierenden Einfluss auf Dich haben?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Inverness/Culloden in Schottland, viele Orte in Irland wie beispielsweise Slieve Gullion, The Burren, die Mourne Mountains, South Mayo und, wie bereits erwähnt, Tara. Natürlich auch Languedoc, ganz besonders das Gebiet um Rennes. Außerdem, wie gesagt, Transsilvanien, das auch als das Land jenseits der Nebel und Schatten bekannt ist. Daneben inspirieren mich heilige Quellen, Megalithen, Schwarze Madonnen sowie Burgen, die im Zusammenhang mit den Tempelrittern und der Gralslegende stehen.</p>
<p><em>Du lebst in Dublin und kennst diese Stadt wie Deine Westentasche. Außerdem arbeitest Du als Touristenführer. Deine Touren sind allerdings etwas ganz Besonderes und nicht nach dem üblichen Touristeneinerlei gestrickt. Was ist an ihnen denn so besonders?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Zunächst einmal ist es mein Anspruch, vielfältig und umfassend wie der legendäre halkyonische Horizont zu sein. Das heißt, dass ich nicht nur eine Menge Informationen und Einblicke anbiete, sondern meine Klienten außerdem mit der Rezitation von Gedichten, Liedern und Geschichten unterhalte. Ich denke, dass ich in dieser Form ein einzigartiges Programm biete. Da ich ganz Irland außerordentlich gut kenne – und ganz besonders die versteckten Winkel und Orte – biete ich natürlich auch Führungen durch zahlreiche andere Regionen der Insel an – und damit meine ich nicht die herkömmlichen Ziele, die von jedem Touristen besichtigt werden können. Ich betrachte mich als Fremdenführer durch ganz Irland – meine themenspezifischen Dublinführungen stellt eben nur einen Teil meiner Touren dar.</p>
<p><em>Im Augenblick schreibst Du ein Buch über Languedoc. Magst Du uns schon etwas darüber verraten?</em></p>
<p>Roibeard Mc Elroy: Im Jahr 1991 habe ich ein Buch mit dem Titel &#8220;The Holy Blood and Holy Gral&#8221; gelesen, das von einem Ort handelt, der Rennes-le-Chateau genannt wird. Seitdem bin ich fasziniert von Languedoc, seiner Geschichte und seinem Geheimnis, das lange in die Vergangenheit zurückreicht. 2002 bin ich zum ersten Mal dort gewesen und wurde nicht enttäuscht – die Faszination ist bis heute ungebrochen! Ich habe oft das Gefühl, in einem anderen Leben schon einmal dort gewesen zu sein und betrachte es als meine zweite spirituelle Heimat. Das Buch, das ich schreibe, ist unter anderem eine Ode an Languedoc und daran, wie das Gebiet und das Geheimnis von Rennes mich inspiriert haben. Dies bringe ich in einer Sammlung von Prosa, Gedichten und Geschichten zum Ausdruck.</p>
<p><em>Gibt es noch andere Projekte, von denen Du träumst und die Du realisieren möchtest?</em></p>
<p>Roibeard McElroy: Ja, etliche. Unter anderem habe ich gerade diesen Mai gemeinsam mit Tomás Ó Cárthaigh eine Anthologie über Leonard Peltier herausgegeben – mit dem Titel Spirit of Peltier. Des Weiteren plane ich einen Führer über Megalithen in Irland, Außerdem möchte ich eine CD mit meinen Gedichten über Tara herausgeben. Trotz vehementer Proteste ist der Bau einer Autobahn durch dieses geschichtsträchtige Gebiet beschlossen worden. (Anmerkung: Im Jahr 2008 wurde das Areal vom World Monuments Fund in die Liste der 100 meist gefährdeten Kulturdenkmäler aufgenommen,<sup> </sup>und im Jahr 2009 hat es das Smithsonian Institut auf die Liste mit den 15 sehenswertesten gefährdeten Kulturschätzen gesetzt.)</p>
<p>Ach ja, und ich würde gerne über den Hungerstreik von 1981 schreiben. Ich habe als Kind gehört, wie damals in den Straßen die Mülldeckel als Trommeln verwendet worden sind, was sich unauslöschlich in meine Erinnerung eingebrannt hat.</p>
<p><em>Roib, ich danke Dir für dieses Interview. Das Buch Spirit of Peltier werde ich demnächst hier rezensieren, worauf ich mich bereits sehr freue. Auch Deine anderen Projekte werden die PR-Indianer im Auge behalten. Wir denken, wir dürfen alle schon sehr gespannt sein.</em></p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Für mich steht fest, wohin mich meine diesjährige Städtereise führen wird … richtig, nach Dublin! Ich habe mich schon mal mit Roib auf ein paar gepflegte Guinness in O&#8217;Donoghue&#8217;s Pub verabredet und werde natürlich zu gegebener Zeit an dieser Stelle von meinen Irland-Impressionen berichten. Vielleicht haben ja auch Sie jetzt Lust bekommen, Irland auf diese außergewöhnliche Weise an der Seite eines echten Barden zu erkunden …</p>
<p>Keine Sorge, Sie brauchen keinen berittenen Boten schicken, sondern können getrost von den Medien des Informationszeitalters für die Kontaktaufnahme Gebrauch machen. Sie erreichen Mr. McElroy über seine E-Mail-Adresse celticpoet@hotmail.com und/oder telefonisch unter (0035) 38 777 919 79 … auf Englisch, versteht sich!</p>
<p><span><span><span><em>Go n-éirí on bóthar leat</em> &#8211; That the road may rise to meet you &#8211; oder mit anderen Worten: Gute Reise!</span></span></span></p>
<p style="text-align: center;"><span><span><span> </span></span></span></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 346px"><span><span><span><img title="Shannon" src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/2010-05-21_shannon_1.jpg" alt="Shannon" width="336" height="252" /></span></span></span><p class="wp-caption-text">Der Shannon - Flussimpressionen</p></div></blockquote>
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		<title>Im Dschungel von Gabun &#8211; Abenteuer ist sein Job</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Energiebedarf unserer modernen Zivilisation ist nach wie vor ungebrochen - und somit auch Öl ein begehrter Rohstoff. Gewonnen wird er unter anderem auf Ölplattformen, die spätestens seit den tragischen Vorkommnissen auf der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko wieder einmal zu einem medienbeherrschenden Thema geworden sind. Doch wer sind die Menschen, die unter extremen Bedingungen dafür sorgen, dass Öl gefördert werden kann, und was erleben sie bei ihrer Arbeit fern der Heimat? Wenden wir uns einmal von der Offshoreförderung einer Landbohrung zu, bei der Jörg Lück mitgearbeitet hat. Gabun liegt in Zentralafrika, und die dort heimische Fauna hat so gar nichts mit der unseren gemeinsam. Da kann es schon mal zu ungewöhnlichen Zwischenfällen kommen und eine geplante Fotosafari zu einem Sprint ums Überleben ausarten - doch lassen wir Jörg selbst zu Wort kommen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><img class=" " src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/2010-05-06_aus_dem_flugzeug.jpg" alt="" width="480" height="360" /><p class="wp-caption-text">Gabuns Dschungel aus der Luft in Richtung Rabi</p></div>
<p><em>Dabei hat Jörg Lück weder Archäologie studiert noch ist er im Besitz  einer Kopfbedeckung der Marke Mayser, wie sie der legendäre Indiana  Jones zu tragen pflegt – aber auch ein Diplom-Geologe kann auf der Suche  nach dem schwarzen Gold Filmreifes erleben – wie wir spätestens seit  unserem Interview wissen</em> (http://www.pr-indianer.de/?p=748).</p>
<p>Der Energiebedarf unserer modernen Zivilisation ist nach wie vor ungebrochen &#8211; und somit auch Öl ein begehrter Rohstoff. Gewonnen wird er unter anderem auf Ölplattformen, die spätestens seit den tragischen Vorkommnissen auf der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko wieder einmal zu einem medienbeherrschenden Thema geworden sind. Doch wer sind die Menschen, die unter extremen Bedingungen dafür sorgen, dass Öl gefördert werden kann, und was erleben sie bei ihrer Arbeit fern der Heimat? Wenden wir uns einmal von der Offshoreförderung einer Landbohrung zu, bei der Jörg Lück mitgearbeitet hat. Gabun liegt in Zentralafrika, und die dort heimische Fauna hat so gar nichts mit der unseren gemeinsam. Da kann es schon mal zu ungewöhnlichen Zwischenfällen kommen und eine geplante Fotosafari zu einem Sprint ums Überleben ausarten &#8211; doch lassen wir Jörg selbst zu Wort kommen &#8230;</p>
<p><span id="more-840"></span></p>
<p><strong>“Im Dschungel von Gabun”</strong> (von Jörg Lück)</p>
<p>Nicht immer musste oder besser gesagt muss ich auf Offshore-Bohranlagen wie Jack-ups oder Platforms arbeiten, sondern hin und wieder ergibt es sich, dass ich auch auf Landjobs zum Einsatz komme.</p>
<p>So hatte meine Firma vor einigen Jahren im Ölfeld Rabi im gabunesischen Dschungel den Zuschlag von Shell bekommen, dort an einem Bohrprojekt mitzuarbeiten. Dort sollten mehrere bestehende Bohrungen neu abgelenkt werden, da sich aufgrund der jahrelangen Förderung der Öl/Wasser-Kontakt abgesenkt hatte und die Ölquellen zu verwässern drohten.</p>
<p>So bin ich mit drei weiteren Kollegen, sozusagen als Vorhut, in den Dschungel geflogen, um unsere Arbeit vorzubereiten und zu organisieren, sowie einen generellen Überblick zu bekommen. Von Port Gentil ging es mit einem Charterflug direkt in den Dschungel. Es hatte schon etwas Abenteuerliches an sich, wenn man über den endlos erscheinenden Wald fliegt und plötzlich, wie aus dem Nichts, die kurze Landebahn erscheint. Immerhin war der Pilot die Strecke anscheinend schon häufiger geflogen, und der Buschflieger landete die Dash-8 ohne Probleme.</p>
<p>Nach der Gepäckkontrolle wurden wir durch die Mühlen von Shell geschleust, mit Einführung, Kurzlehrgang, Fototermin für die Badge – das ist der Dienstausweis, den man immer bei sich zu führen hatte –  und so weiter. Während der Unterweisungen wurden wir auch ermahnt, nach Einbruch der Dunkelheit unser Camp, welches für die nächsten vier Wochen unser Zuhause sein sollte, nicht zu verlassen – zumindest nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig war. Es sei einfach zu gefährlich, so sagte man, denn trotz Schotterpisten und Verkehrslärm sowie dem Dröhnen der permanent brennenden Gasfackeln, kam es immer wieder vor, dass die Bewohner des Urwaldes „nach dem Rechten sahen“.</p>
<p>Wir bezogen unserer Zimmer im Camp, obwohl von Zimmern eigentlich nicht die Rede sein konnte. Man hatte die vormals recht geräumigen „Stuben” in der Holzbaracke so unterteilt, dass jedes Zimmer anstatt zu viert nun zu zweit belegt werden konnte. Das war schon ein Luxus, denn normalerweise war es – zumindest in Afrika – so üblich, dass wir mit 4-Mann-Kabinen vorlieb nehmen mussten. Also verstauten wir unser Gepäck so, dass wir nicht ständig darüber stolperten, denn auch die Schränke waren einfach zu klein. Unter dem Doppelbett wollte ich lieber nicht nachsehen, geschweige denn etwas verstauen, denn wer wusste, was für Getier (Insekten, Riesenspinnen, Gottesanbeterinnen oder noch Schlimmeres) dort auf mich wartete.</p>
<p>Unser Camp, das den Namen “Mboka Camp” trug, hatte eine eigene Bar. Wir schwärmten aus, um sie zu suchen und waren erstaunt, wie viele Filipinos sich auf dem Gelände aufhielten. Die Firma Mott McDonald hatte dort im gabunesischen Dschungel einen Großauftrag and Land gezogen. Es handelte sich um eine groß angelegte Pipelineerweiterung, und so teilten wir uns mit den Jungs von der Bohrfirma OD&amp;E aus Australien sowie den Billigarbeitskräften aus Fernost das Camp. Schlagartig fiel mir der Film “The Great Escape” (Gesprengte Ketten) ein.</p>
<p>Es war wirklich wie in einem Kriegsgefangenenlager. Überall bildeten sich kleine Grüppchen von Leuten, man rauchte, redete und langweilte sich und das in der den Südostasiaten typischen Hocke. Unwillkürlich hielt ich in der Ferne nach den Wachtürmen Ausschau, als Graham, einer meiner Kollegen, mich aus der Träumerei riss: „Lass uns mal was essen”, meinte er. „Ich weiß, wo die Kantine ist”. Die war auch wahrlich nicht schwer zu finden, denn die Schlange der Wartenden reichte bis zur Ausgangstür und noch etwas weiter.</p>
<p>Es ist für einen Offshore-verwöhnten Mann fast undenkbar, für Essen anzustehen, denn der murrt schon, wenn er sich in der schönen und übersichtlichen Galley einer Bohrinsel hinter einem oder zwei anderen Mitstreitern anzustellen hat. Wir taten es dennoch und reihten uns in die Schlange der ca. 50 bis 60 Wartenden ein, und wir sollten uns auch in der nächsten Zeit daran gewöhnen. Zum Essen gab es Rot- oder Weißwein, der, wie es ein Kollege beschrieb und frei übersetzte, “rau wie ein Rattenarsch” schmeckte. Wer weiß, wo er diese Beschreibung her hatte, aber ich kann sagen, dass der Wein wirklich sehr gewöhnungsbedürftig war. Uns war es aber egal, und nach dem Essen gingen wir in die Bar und freuten uns auf ein kühles Bier.</p>
<p>Dort gab es große und kalte Biere für den sprichwörtlichen &#8220;Appel und‘n Ei&#8221; und man konnte an einigen, nicht nur von der Sonne geröteten Gesichtern erkennen, wer sich schon länger oder zumindest regelmäßig hier in der M’Boka-Bar aufhielt. Ich kam mir vor wie in einem alten Film mit Fremdenlegionären und alten Haudegen.</p>
<p>“Ich kann Deutsch”, sprach mich einer der Mott McDonald Leute an. Allerdings habe ich mich fast schlapp gelacht, als er mir seine, aus zwei Wörtern bestehenden Deutschkenntnisse präsentierte. Sie bestanden nämlich aus <em>Hamster</em> und <em>Schraubenzieher</em>. Diesem unumstrittenen Sprachtalent  musste ich natürlich einen ausgeben. In der unvermeidlichen Glotze lief englischer Premiership-Fußball, und die Musik entstammte einer verstaubten Juke Box aus den Achtzigern, aber Spaß hatten wir, wie man sich sicher vorstellen kann, reichlich.</p>
<p>Nach einer knappen Stunde verschwanden wir aus der Bar und gingen zurück zu unserer Behausung. Morgen sollten wir unsere Pickup-Trucks abholen und die Unit (das ist der Arbeitscontainer) auf der Bohrstelle einrichten.</p>
<p>Am nächsten Morgen war das Camp wie leergefegt. Die Filipinos waren schon in aller Herrgottsfrühe aufgebrochen, und wir genossen ein ruhiges Frühstück, ohne vorher lange anstehen zu müssen. Danach holten wir unsere Fahrzeuge und nutzten die Zeit – der Bohrplatz war noch nicht fertig aufgebaut – um die Umgebung zu erkunden.</p>
<p>Shell erlaubte auf ihrem Gelände eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern, und sobald man diese Geschwindigkeit überschritt, schrillte ein durchdringender Piepton, um den Fahrer darauf aufmerksam zu machen, dass er zu schnell war.</p>
<p>Wir fuhren kreuz und quer durch den Dschungel auf provisorisch präparierten Lateritpisten. Es herrschte Trockenzeit und es war heiß und staubig.</p>
<p>“Wo sind denn nun all die Dschungelbewohner?”, fragte mein Kollege, denn weit und breit war von Tieren nichts zu sehen. Nach drei Stunden Fahrerei hatten wir genug und fuhren zurück zum Bohrplatz. Dort konnten wir endlich unser Equipment durchchecken, die notwendigen Kabel für unserer Sensoren ziehen und auch die Sensoren selbst installieren. Tom war abgestellt, die Halliburton Satellitenschüssel aufzubauen und einzurichten. Schließlich wollten wir alle mal telefonieren, und ich wollte wissen, wie Hannover 96 gespielt hatte.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><img class=" " title="Mein Arbeitsplatz in Rabi" src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/2010-05-06_bohrturm.jpg" alt="" width="480" height="360" /><p class="wp-caption-text">Mein Arbeitsplatz in Rabi</p></div>
<p>Am Abend waren wir dann fast soweit fertig. Die Satellitenschüssel war aufgebaut, die Sensoren funktionierten und am kommenden Tag konnte ich meine Logging Tools testen.</p>
<p>Ich hatte während meines 12-stündigen Arbeitstages immer mal wieder einige Stunden Zeit und erkundete den Dschungel auf eigene Faust mit dem Pickup-Truck. Eines Nachmittags sah ich dann in einem, zurzeit ausgetrockneten, Flussbett eine Elefantenherde. Es handelte sich um mehrere Kühe mit ihren Kälbern, insgesamt ca. zehn Tiere. Zum Glück hatte ich meinen Fotoapparat immer griffbereit und kletterte aus dem Truck. Die Tür ließ ich offen und den Motor laufen – man kann ja nie wissen.</p>
<p>Langsam pirschte ich mich an die Herde heran. Plötzlich sah eine Elefantenkuh zu mir herüber und stellte drohend die Ohren auf und hob den Rüssel. Ich blieb wie angewurzelt stehen, denn ich wollte doch Bilder machen, war aber für ein gutes Foto noch zu weit entfernt, und mir war mulmig zumute. Als sich der Elefant beruhigt hatte, wagte ich mich ein paar weitere Schritte vor und endlich war ich in “Schussweite”.</p>
<p>Da erhob die mittlerweile richtig ärgerliche Elefantenkuh ihren Kopf, hob den Rüssel an und lief unter wütendem Trompeten auf mich zu – ich hatte sie unterschätzt. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so schnell gelaufen bin, und ohne mich umzusehen, rannte ich los. Schnell in den Truck, dachte ich und bloß nicht umgucken. Ich habe mal gelesen, dass Elefanten ziemlich flink sein können. Mit gefühlten 10.0 sec./100 m erreichte ich den Pickup, stieg ein und knallte die Tür zu – der Elefant nur etwa 20 Meter von mir entfernt. Ich trat aufs Gas und scherte mich in diesem Moment nicht um das eindringliche Piepen, das mir sagte, dass ich zu schnell fuhr. Danach konnte ich noch einige Fotos machen und kehrte schließlich zur Bohrung zurück. Dort angekommen, erwähnte ich mein kleines Abenteuer natürlich mit keinem Wort, denn dann hätte ich garantiert einige Fragen beantworten müssen, die mir recht unangenehm gewesen wären.</p>
<p>In den nächsten Tagen sah ich mehrere Affenherden, ich glaube es handelte sich um eine Pavianart, mit gefährlich großen Zähnen, ein kleines Krokodil, welches über die Straße lief und ein paar sich durch das Unterholz schlängelnde grüne Mambas. Und eines frühen Morgens saß ein großer Gorilla auf dem Pipedeck – das ist der Platz, auf dem das Bohrgestänge gelagert wird.</p>
<p>“Guck mal Jörg”, scherzte Graham. “Dein neuer Trainee ist auch schon da.”</p>
<p>So hatten wir schließlich doch noch <em>unsere</em> Safari erlebt und einige Tiere des Dschungels gesehen, und ein paar Monate später, im Toucan Ölfeld, etwas nördlich von Rabi, sollte ich eines Morgens noch einen Leoparden in freier Wildbahn beobachten. Ich hatte mir damals eigentlich vorgenommen, den Rückweg von der Bohrung zum Camp zu joggen, jedoch änderte ich meinen Plan ganz schnell, als wir den Leo beim morgendlichen Frühstück störten.</p>
<p>Nach vier Wochen flog ich wieder über Port Gentil, Libreville und Paris nach Hannover zurück, und jedes Mal, wenn ich dort im Zoo mit meinen Jungs die Elefanten besuche, muss ich an mein Abenteuer im Dschungel von Gabun denken. Und manchmal, wenn ich einem der Dickhäuter in die Augen sehe, habe ich das Gefühl, er weiß von meinem Erlebnis mit seinen Verwandten im Dschungel von Gabun, damals im fernen Afrika.</p>
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		<title>Die Entdeckung der Langsamkeit oder Zeit zum Innehalten</title>
		<link>http://www.pr-indianer.de/?p=830</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 21:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch[EIN]druck]]></category>
		<category><![CDATA[kreativWERKstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Jüngst fiel mir ein Buch von Sten Nadolny in die Hände, das mich nicht mehr losließ. Es handelt von der Lebensgeschichte eines langsamen Jungen mit Namen John Franklin, der alles um sich herum etwas behäbiger wahrnimmt, als es die anderen tun. Eine Tatsache, die ihn nicht zu einem "normalen" Leben zu befähigen scheint, wie es die anderen führen – oder doch? Immerhin arbeitet er sich empor zum Kapitän einer Flotte, um seinen persönlichen Lebenstraum zu verwirklichen – die Entdeckung der legendären Nordwestpassage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Sternenhimmel" src="http://www.fitkids.de/images/sternenhimmel.jpg" alt="" width="169" height="252" />Jüngst fiel mir ein Buch von Sten Nadolny in die Hände, das mich nicht mehr losließ. Es handelt von der Lebensgeschichte eines langsamen Jungen mit Namen John Franklin, der alles um sich herum etwas behäbiger wahrnimmt, als es die anderen tun. Eine Tatsache, die ihn nicht zu einem &#8220;normalen&#8221; Leben zu befähigen scheint, wie es die anderen führen – oder doch? Immerhin arbeitet er sich empor zum Kapitän einer Flotte, um seinen persönlichen Lebenstraum zu verwirklichen – die Entdeckung der legendären Nordwestpassage.</p>
<p><span id="more-830"></span></p>
<p>Träume scheinen die Essenz des Lebens zu sein – Spekulationen über mögliche Ziele, die uns die Kraft verleihen, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen – aus dem Leben etwas Lebenswertes, Erstrebenswertes zu machen. Spekulationen über das Mögliche, die uns befähigen, einen Sinn zu erkennen und danach streben lassen, nicht locker zu lassen in der Verwirklichung unserer Träume.</p>
<p>In Impromptu, einer Verfilmung der schicksalhaften Begegnung der französischen Schriftstellerin George Sand mit dem genialen Komponisten Frédéric Chopin, wird zu Beginn etwas Bedeutungsschwangeres geäußert. Die lebensbejahende Frau lauscht an der Tür zu einem Salon, in dem Chopin spielt, und sie bemerkt hingerissen, dass solche Musik den Sinn des Lebens und der Liebe versinnbildliche – und wert sei, dafür zu leben.</p>
<p>Die Beziehung zwischen Sand und Chopin währt einige Jahre – sicher unvergessen denjenigen, die sich an Sands Beschreibung des gemeinsamen Mallorca-Urlaubs erinnern, den die beiden 1838/39 verleben. Wenn man etwas tut, so Sand, dann mit inständiger Inbrunst, ganz besonders in Hinsicht auf die Liebe, dann mit ganzem Herzen und voller Lebensbejahung. Der Magie des Moments gewahr – ohne die Frage nach den Konsequenzen zu stellen. Authentisch eben – in jedem Moment des Lebens.</p>
<p>Leben – heute ein ganz besonderes Thema für mich, da der Tod sich wieder zu Wort gemeldet hat – in aller Endlichkeit, die wir ihm auf Erden beimessen mögen.</p>
<p>Leben – ein Plädoyer möglicherweise für mehr Zeit zum Innehalten – und Dankbarsein für alles, was wir haben und das wir schätzen.</p>
<p>Ein Plädoyer für die Magie des Moments, in dem wir gefangen sind. Leben – ein Aufruf zum Dankbarsein für alles, was wir (erreicht) haben und noch erreichen mögen. Ein unschätzbares Kleinod, dessen Bedeutung essentiell ist für alles, was wir tun, denken und fühlen.</p>
<p>Und mit ein wenig mehr Langsamkeit möglicherweise auch mehr … wertzuschätzen vermögen. In diesem Sinne – einfach mal innehalten, zu den Sternen aufsehen und sich dessen BEWUSST werden, was uns von den Toten unterscheidet – die Möglichkeit zur Veränderung – und zur Verwirklichung unserer Träume.</p>
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		<title>John Groves oder Der Herr der Klänge – Einblicke in die spannende Arbeit eines Brand Sound Beraters</title>
		<link>http://www.pr-indianer.de/?p=812</link>
		<comments>http://www.pr-indianer.de/?p=812#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 14:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ludger Brenner</dc:creator>
				<category><![CDATA[PR & Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Audio Branding Academy]]></category>
		<category><![CDATA[Commercial]]></category>
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		<category><![CDATA[Inoki-PR]]></category>
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		<category><![CDATA[Markenkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Sound-Logo]]></category>
		<category><![CDATA[Soundbranding]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppe]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit nicht genug – außerdem komponierte Groves unter anderem ein eigenes Musical, produzierte eine CD mit der Musik des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, welche gesanglich von Vicky Leandros interpretiert worden ist und verlieh bekannten TV-Produktionen ihren musikalischen Wiedererkennungsfaktor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><img class="alignleft" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.groves.de/presse/information/JG_Pressefoto_700KB.jpg" alt="John Groves" width="228" height="274" /></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Jingles zu bekannten Slogans „Hier ist Dea, hier tanken Sie auf“ oder „Visa. Die Freiheit nehm ich mir“ sind vielen von uns geläufig.<br />
Doch damit erschöpft sich das kreative Wirken des 1953 als Sohn britischer Eltern in Hamburg geborenen Brand Sound Beraters John Groves noch lange nicht. Nicht nur jene Melodien von prägnanter Kürze sondern auch opulente Orchesterwerke für Werbefilme weltbekannter Marken gehören zu Groves täglichem künstlerischen Geschäft.</span></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Damit nicht genug – außerdem komponierte Groves unter anderem ein eigenes Musical, produzierte eine CD mit der Musik des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, welche gesanglich von Vicky Leandros interpretiert worden ist und verlieh bekannten TV-Produktionen ihren musikalischen Wiedererkennungsfaktor.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Groves arbeitet heute schwerpunktmäßig in einer Disziplin, die innerhalb des Gesamtkomplexes der Corporate Identity noch sehr jung ist. Seit den 1990er Jahren hat er sich der akustischen Markenführung verschrieben und ist damit zu einem Pionier seines Faches geworden. Auch wenn das hörbare Ergebnis, ein Soundlogo, oft nur wenige Sekunden lang ist, ist es stets das Produkt einer intensiven und im Vorfeld getätigten Beratung der Unternehmen im Bereich des Sound Brandings und der akustischen Markenführung Im Bereich Sound Branding/Akustischer Markenführung. Außerdem gehören zu einer umfassenden Sound Identity auch andere musikalische Elemente wie Brand Song oder Soundscapes, die beispielsweise auf dem Messestand, Firmenveranstaltungen, der Homepage oder in der Telefonwarteschleife Verwendung finden. Darüber hinaus ist John Groves auch als Dozent und Autor von fachspezifischen Publikationen tätig.</span></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die <a href="http://inoki-pr.de" target="_blank">PR&gt;Indianer</a> hatten im Februar dieses Jahres die einmalige Gelegenheit, dem Meister der Markenklänge in einem ausführlichen Gespräch Fragen zu stellen, die ihnen schon lange unter den Nägeln gebrannt haben und freuen sich, ihre Blogleser mit diesem Beitrag an den neuesten Erkenntnissen der <em>Inoki-Fährtensuche</em> teilhaben zu lassen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span id="more-812"></span></span></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Herr Groves, einleitend möchten wir eine Frage stellen, die Sie sicher schon häufiger gehört haben, da es sich um eine verhältnismäßig junge Disziplin handelt: Was haben wir uns eigentlich unter dem Begriff Sound Branding vorzustellen?</span></p>
<p><strong> </strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Unter Sound Branding versteht man zunächst einmal den Prozess zur Erstellung und Nutzung einer Sound Identität. Im Vergleich zur visuellen Ebene wurde dieser Aspekt der Markenbildung und -etablierung bisher eher vernachlässigt. Es geht in erster Linie darum, Marken zu identifizieren und differenzieren. Das ist natürlich keine auf Eingebung basierende Arbeit, sondern ein sehr systematischer Prozess. Die Entwicklung und Etablierung einer konsequent eingesetzten Sound Identity ist dabei längst nicht nur für große Unternehmen ein Thema. Auch kleine und mittelständische Betriebe erkennen zunehmend die Bedeutung einer einheitlichen Außendarstellung auf der akustischen Ebene. Mit allem, was wir für unsere Auftraggeber tun, verfolgen wir unseren höchsten philosophischen Grundsatz <em>&#8220;Your Sound. Everywhere. Always&#8221;</em>.<br />
Wir verdeutlichen dem Kunden, dass er mit seiner Sound Identity seine Werte nach Außen trägt und sich gleichzeitig von seinen Mitbewerbern differenziert und abhebt. Grundlage für die systematische Erarbeitung eines passenden und individuellen Konzepts ist ein so genanntes <em>Brand Sound Manual</em>, in dem festgelegt wird, welcher Sound wo und wie benutzt wird.</span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="play" value="false" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/CU7omDxkhEc&amp;feature" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/CU7omDxkhEc&amp;feature" play="false"></embed></object></p>
<p><em>(Komposition von John Groves für einen Werbespot, wie er vor wenigen Jahren gesendet worden ist.)</em></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><object style="width: 425px; height: 350px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="play" value="false" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/3BxHWnZEJo4" /><param name="bgcolor" value="#ec8312" /><embed style="width: 425px; height: 350px;" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/3BxHWnZEJo4" bgcolor="#ec8312" play="false"></embed></object></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>(Die Dynamik der Musik konnte gleichermaßen auf einen Imagefilm übertragen werden.)</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong></strong></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Herr Groves, Sie sind Komponist und Musiker. In vielen Interviews werden Sie jedoch profan als Werbekomponist betitelt. Wie stehen Sie persönlich zu dieser Bezeichnung?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Die Bezeichnung Werbekomponist empfinde ich ehrlich gesagt als wenig schmeichelhaft und akkurat, weil vieles in meinem Beruf mit Kommunikation zu tun hat. Dazu gehört, dass ich nicht nur komponiere, sondern unter anderem auch Workshops veranstalte und Wettbewerbsanalysen vornehme, also vielfältige Bereiche innerhalb des Brand Sound Managements abdecke. Als mögliche Alternativbezeichnung könnte ich mir zum Beispiel Brand Sound Berater vorstellen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Sie sind in Deutschland geboren, in England aufgewachsen und haben Ihr erstes Geld in Schweden verdient. Glauben Sie, dass diese Länder Sie in Ihrem künstlerischen Schaffen und Denken beeinflusst haben?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Ja, sehr sogar. Die Länder in denen ich gelebt habe und gewirkt habe, haben mich natürlich entscheidend in meinem künstlerischen Schaffen beeinflusst. Persönlich profitiere ich beispielsweise von der viel gerühmten Gründlichkeit der Deutschen sowie dem britischen Humor – beides Eigenschaften die sich nicht nur auf meine Persönlichkeit sondern auch auf meine Art, Aufgaben kreativ und zugleich systematisch anzugehen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> In einem Ihrer Interviews erwähnten Sie in Zusammenhang mit Ihrem Werdegang das Buch <em>„Who moved my cheese“</em>. Die Geschichte handelt von der Suche einer älteren Maus, die bemerkt, dass ihre Käseressourcen sich dem Ende zuneigen, und die sich deshalb auf die Suche nach neuen Futtermöglichkeiten macht. Sie haben als Musiker Ihr erstes Geld verdient. Können Sie Ihren Werdegang vom aktiven Musiker zum Soundmarketingexperten etwas näher beschreiben?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Dieses Buch hat tatsächlich einen großen Einfluss auf mein Werk und Wirken. Im Wesentlichen behandelt es die Themen Change und Changemanagement. Es geht um die Erkenntnis, wie wichtig es ist, aus alten Gewohnheiten auszubrechen und Neues zu entdecken. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an ein Seminar für Manager, an dem ich vor Jahren einmal teilgenommen habe. Der Coach hatte uns die Aufgabe gestellt, mit Bällen jonglieren zu lernen und damit bei den hoch bezahlten Topmanagern für einige Verwirrung gesorgt, doch alle haben mitgemacht. Einem der Kursteilnehmer ist diese Übung jedoch sehr schwer gefallen. Er hatte unzählige Male recht erfolglos versucht, mit den Bällen zurechtzukommen – dabei probierte er immer wieder die gleiche Technik. Schließlich hat der Kursleiter ihn darauf aufmerksam gemacht und den Teilnehmer dazu ermuntert, es mal mit einer anderen Technik zu probieren. Das Fazit der Geschichte: Am Ende der Woche konnten wir alle dann perfekt jonglieren. Eine wichtige Eigenschaft ist es meiner Meinung nach zu zeigen, dass man kann, was man tut. Alles befindet sich im ständigen Fluss, nichts wird mehr sein, wie es einmal war. Aber das ist nur eine neue Herausforderung: Man muss einfach neue Wege finden und gehen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Um auf den zweiten Teil Ihrer Frage zurückzukommen: Ich habe keinen expliziten Marketingbackground, sondern mir über die Jahre durch intensives Selbststudium und praktische Erfahrungen umfangreiches Wissen angeeignet. Ein bedeutender Einschnitt ist dann Anfang der 90er Jahre der Auftrag zur Neugestaltung des akustischen Auftritts des <em>WDR </em>gewesen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Gibt es Künstler – gleich welcher Gattung – die Sie als Vorbilder hatten oder haben?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Da kann ich mich schlecht festlegen, aber unter anderem den kanadischen Songwriter und Produzenten <a href="http://www.davidfoster.com/" target="_blank">David Foster</a>, dessen harmonischer Stil mich sehr beeindruckt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> In der Werbung werden häufig musikalische Elemente oder gar ganze Sequenzen der klassischen Musik entwendet oder sind an sie angelehnt. So könnte das Soundlogo von <em>Intel</em> durchaus aus einem Teil aus <em>Händels Messias</em> oder der französischen <em>Marseillaise</em> entstammen. Wie erklären Sie sich den häufig offensichtlichen Bezug zur Klassik?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Das ist ganz einfach zu erklären, denn Klassik vermittelt ein Gefühl der Hochwertigkeit, welches auf das Produkt übertragen werden soll. Zu diesem Thema wird übrigens <a href="http://audio-branding-academy.org/abaweb/?page_id=427" target="_blank">Prof. Dr. Adrian North</a> im Rahmen des Audio Branding Kongresses im September 2010 zu dem Thema <em>„Lessons from music psychology for advertising and branding“</em> referieren.<br />
Ein Hersteller von hochwertigen und luxuriösen Schreibgeräten wird sich wahrscheinlich im Rahmen der akustischen Markenführung eher auf <em>Brahms </em>als auf <em>Rammstein </em>stützen. Natürlich ist es immer leicht Ähnlichkeiten festzustellen, wenn nur wenige Töne genutzt werden. Um noch einmal auf <em>Intel</em> zu sprechen zu kommen: Eine Tonfolge, die aus vier Noten besteht, wird sich mit hoher mathematischer Wahrscheinlichkeit häufiger in Kompositionen aufspüren lassen, deswegen würde ich dem an dieser Stelle keine hohe Bedeutung beimessen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Komponieren ist ein sehr emotionaler Prozess. Mit Musik möchte man sich meist in irgendeiner Form mitteilen. Wie erleben Sie diesen Schaffensprozess?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Emotionen sind nicht mit Stimmung gleichzusetzen. Sicher gibt es Unterschiede zwischen dem Komponieren eines vergleichsweise kurzen Jingles, der an die Emotionen appelliert, und der musikalischen Untermalung beispielsweise eines Werbefilms, die eine Grundstimmung erzeugen soll.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Musik, Tonfolgen lösen aufgrund diverser psychischer Muster bei den Hörern gewünschte Emotionen aus. Können Sie bei Ihrer Arbeit auf ein bestehendes „Instrumentarium“ (Werkzeugkoffer) zurückgreifen oder bedeutet jeder neue Auftrag – unabhängig des Briefings &#8211; eine andere Herangehensweise?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Für fast jede Emotion und Assoziation gibt es Klänge – einen bestimmtem Musikstil, ein Instrument oder eine Phrase – die für die meisten Menschen funktionieren, dabei sind natürlich Abstufungen im persönlichen Bewertungssystem zu berücksichtigen. So werden die Töne, die man Instrumenten wie Waldhorn oder Oboe entlockt, in unserem Kulturkreis gemeinhin mit Natur, der Farbe Grün und Wald in Verbindung gebracht. Ebenso einfach ist es auch, mit bestimmten Tonfolgen, Menschen das Gefühl oder die Gedanken zu vermitteln, die sie an den Orient denken lassen.<br />
Bei den Instrumentarien handelt es sich allerdings nicht um eine Sammlung von Melodieteilen sondern eher von so genannten Harmony Forms. Neurologen beginnen gerade damit, das zu untersuchen und messbar zu machen, was Menschen wie ich in unserer Arbeit instinktiv machen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Alles in allem ist es jedoch immer noch ein Schaffensprozess und hängt von den Fähigkeiten des Komponisten und der Qualität des Briefings des Kunden ab. Man kann also durchaus von einer Mischung aus Herausforderung und Routine bzw. Erfahrung sprechen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Im Jahr 2006 komponierten Sie das Musical <em>„Edgerounder“</em>. Um was geht es darin und welche Intention verfolgen Sie mit dem Werk?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Das habe ich anlässlich eines Musicalwettbewerbs komponiert, und man könnte es als ein Werk mit autobiografischen Elementen bezeichnen, in dem es – kurz gesagt – um Zukunftsvisionen, Unterdrückung von Emotionen und Musik als Ventil geht. Die Protagonisten wollen aus der bestehenden Gesellschaft, die ihnen viel zu glatt erscheint, ausbrechen, um eine neue, für sie lebenswertere Gesellschaft zu gründen. Ihre selbst geschaffene Realität vermittelt jedoch schon sehr bald neue wie schon bekannte Sorgen und Probleme und zeigt somit den Helden ihre Grenzen auf. Man kann sagen, dass <em>Edgerounder </em>einen ironischen Gesellschaftsblick bietet.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Ihre Schaffenstätigkeit beschränkt sich nicht ausschließlich auf das Komponieren. Sie unterrichten ebenso die Kunst des musikalischen Brandings. Wie lautet der wichtigste Grundsatz oder Ratschlag, welchen Sie Ihren Schülern mit auf den Weg geben?</span></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;">J</span></strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>ohn Groves:</strong> Eindeutige Ratschläge kann man da nicht geben, es geht vielmehr darum, analytisch zu denken, systematisch zu handeln aber dabei niemals die Intuition auszuschalten.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Welchen Weg würden Sie jemanden empfehlen zu beschreiten, um später in dem Bereich Sound Branding tätig zu werden?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Bedauerlicherweise gibt es bis heute keinen stringenten Ausbildungsweg für diesen Beruf. Ich empfehle ein Praktikum in einschlägigen Agenturen, das Selbststudium und das Belegen von fachspezifischen Kursen wie sie beispielsweise an der Hamburger <a href="http://audio-branding-academy.org/abaweb/" target="_blank"><em>Audio Branding Academy (ABA)</em></a> angeboten werden. Grundlage für diesen Beruf ist nicht das Verständnis von Musik und Marketing sondern auch für emotionale Komponenten. Natürlich gehört auch eine tüchtige Portion Passion dazu. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, hat meiner Meinung nach auch als ambitionierter Quereinsteiger eine gute Chance.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Wie sind die Aussichten auf dem Markt innerhalb der Branche erfolgreich tätig zu werden oder in ein entsprechendes Anstellungsverhältnis zu kommen?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Momentan wird der Beruf des Soundbranders noch nicht genügend hoch eingeschätzt. Die Entwicklung geht jedoch eindeutig – wenn auch langsam – in diese Richtung. Der Stellenmarkt ist daher aktuell noch relativ überschaubar.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Wie stehen Sie zur Filmmusik? Gibt es Filme, die Sie gerade wegen der Musik schätzen wie z. B. <em>Hans Zimmer, James Horner </em>oder <em>Basil Poledouris</em>?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Als Vizepräsident des <a href="http://www.fface.org/" target="_blank"><em>Federation of Film &amp; Audiovisual Composers of Europe (FFACE)</em></a> habe ich keine bevorzugten Filmkomponisten. Generell trifft klassische Filmmusik jedoch eher meinen Geschmack, wie sie beispielsweise der US-amerikanische Komponist <em>John Williams (Indiana Jones, Star Wars VI, E. T. Der Außerirdische etc.)</em> geschaffen hat. Es ist sehr bewegend, durch das Hören der entsprechenden Musik an Filmszenen und die in ihnen vermittelten Emotion erinnert zu werden. Ein Paradebeispiel dafür ist die berühmte &#8220;Bugszene&#8221; mit <em>Leonardo DiCaprio</em> und <em>Kate Winslet</em> aus dem Film <em>Titanic</em>.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Innerhalb der Filmszene scheint eine Verschiebung der musikalischen Effekte zu Gunsten der technischen, computergestützten Animationen stattzufinden. Sehen Sie durch das vermehrte Auftreten von 3-D animierten Filmen wie z. B. <em>Avatar </em>die musikalischen Elemente in den Hintergrund gedrängt, und könnte sich dies auch auf die Marketingbranche auswirken?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> Der Sound übernimmt eine unterstützende Rolle und ist damit naturgemäß immer im Hintergrund des filmischen Geschehens  &#8211; und so sollte es meiner Meinung nach auch sein. Beispielhaft dafür ist die Anekdote von dem Komponisten, der in der Pause einer Filmpremiere einem Besucher stolz erzählt, dass er die Musik komponiert habe. Daraufhin erhält er zur Antwort: „Oh, ich habe die Musik gar nicht gehört.“</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Wie würde Ihr Traumprojekt aussehen?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>John Groves:</strong> </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Wir sind gerade dabei, einen meiner Träume zu realisieren, und zwar die Umsetzung des Mottos <em>„Your Sound. Everywhere. Always“</em> für eine international agierende Firma (die ich hier noch nicht  nennen darf). Die Herausforderung auf internationaler Ebene besteht nicht nur in der Projektgröße, sondern in der Bedienung unterschiedlicher kultureller Hintergründe im Sinne einer einheitlichen Sound Identity</span>.</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>PR&gt;Indianer:</strong> Herr Groves, wir danken Ihnen für dieses sehr aufschlussreiche und persönliche Gespräch und wünschen Ihnen auch für die Zukunft weiterhin viel Erfolg. Wir <a href="http://inoki-pr.de" target="_blank"><em>Inokis </em></a>nehmen von jetzt an Corporate Sounds mit ganz anderen Ohren wahr und freuen uns, dass Sie uns einen so umfassenden Einblick in dieses junge und überaus spannende Arbeitsgebiet des Brandings gewährt haben.</span><br />
<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="text-decoration: underline;">Anmerkung:</span><br />
Das Gespräch mit Herrn Groves führten Ute Launert und Ludger Brenner via <em>Skype</em>.<br />
Wir möchten uns an dieser Stelle ganz besonders bei </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Frau Birgit Elke, </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">der Pressesprecherin der Agentur <em>Groves Sound Communications</em> bedanken. Frau Elke stand uns begleitend immer mit Rat und Tat zur Seite.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="text-decoration: underline;">Quellen:<br />
</span></span></p>
<p>Bild:<a href="http://www.groves.de/presse/index.html" target="_blank"> Groves Sound Communications</a><br />
Film: <a href="http://www.youtube.com" target="_blank"><em>youtube.com</em></a></p>
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		<title>Mondspuren</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 23:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
				<category><![CDATA[kreativWERKstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Sind Sie mondsüchtig? Ich gestehe, ich bin es, und wenn andere klagen, dass der helle Schein des Vollmondes sie um den Schlaf bringt, habe ich die entspannteste Nachtruhe des ganzen Monats. Vielleicht, weil der Mond für mich eine Art riesiges Schlummerlicht ist, ich weiß es nicht. Fest steht, ich liebe den Mond, ob er nun zu sehen ist oder nicht, und daher folgt dieser Beitrag mal ganz unkonventionell einigen seiner Spuren …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Folge den Spuren ..." src="http://www.fgk.org/wp-content/uploads/2009/12/blue_moon.jpg" alt="" width="306" height="236" /></p>
<p><em>Sind Sie mondsüchtig? Ich gestehe, ich bin es, und wenn andere klagen, dass der helle Schein des Vollmondes sie um den Schlaf bringt, habe ich die entspannteste Nachtruhe des ganzen Monats. Vielleicht, weil der Mond für mich eine Art riesiges Schlummerlicht ist, ich weiß es nicht. Fest steht, ich liebe den Mond, ob er nun zu sehen ist oder nicht, und daher folgt dieser Beitrag mal ganz unkonventionell einigen seiner Spuren …<br />
</em></p>
<p><span id="more-800"></span></p>
<p>Frauen sagt man nach – so meine ich einst gelesen zu haben – über einen großen aktiven Wortschatz zu verfügen – nicht nur im Gesprächsverlauf mit ihrer besten Freundin, sondern auch dann, wenn es darum geht, Farben zu beschreiben. Das soll wohl daran liegen, dass sie sich per se schon aus modischen und kosmetischen Gründen mehr mit verschiedenen Farbtönen auseinandersetzen als Männer. Ich halte das zwar für ein Gerücht, denn schauen Sie sich doch nur die Farbunterscheidungen auf Dosen und Flaschen für Lacke und Farben in einem Heimwerkermarkt an – aber darum soll es hier an dieser Stelle gar nicht gehen.</p>
<p>Neulich habe ich bei dem Versuch, einer Freundin das kürzlich erspähte Abendkleid meiner Träume zu beschreiben, nach einer passenden Farbbezeichnung gesucht: Es ist irgendwie blau, aber nicht richtig, silbrig, aber auch nicht richtig, es ist aber auch kein Silberblau … es ist … und da war das Wort dann … mondblau! Damit meine ich die Farbe, in der eine durchgehende Schneedecke in einer wolkenlosen Vollmondnacht erstrahlt – jüngst zu beobachten anlässlich der vergangenen Jahreswende.</p>
<p>Astronomisch betrachtet gibt es im englischsprachigen Raum tatsächlich den <em>Blue Moon</em>, mit dem der eher selten vorkommende zweite Vollmond innerhalb eines Monats bezeichnet wird. Übertragen verwendet man die Redewendung <em>Once in a blue moon</em>, um etwas sehr Seltenes zu beschreiben. Wie schön – nur hoffentlich beschreibt das nicht meine Aussichten darauf, besagtes Kleidungsstück demnächst zu meiner Garderobe zählen zu dürfen.</p>
<p>Was bin ich stolz gewesen auf mein Mondblau! Allerdings vollkommen zu Unrecht. Auch andere Menschen – wer hätte das gedacht – haben sich von dem Anblick des Erdtrabanten ebenfalls zu ganz wundervollen Gedanken und Gedichten inspirieren lassen.</p>
<p>Der US-amerikanische Komiker George Carlin beispielsweise bemerkte in einer seiner formvollendeten Wortspielereien: <em>There are nights, when the wolves are silent and only the moon howls</em>. Bei Frederick L. Knowles übernimmt die Nacht eine tragende Rolle: <em>The night walked down the sky with the moon in her hand</em>. Nathaniel Hawthorne sagt dem Mond mit dem Ausspruch <em>Moonlight is sculpture</em> bildhauerische Eigenschaften nach, und Joseph Conrad vertieft sich gewohnheitsmäßig in die Betrachtung der dunklen Seiten des Seins, wenn er schreibt: <em>There is something haunting in the light of the moon; it has all the dispassionateness of a disembodied soul, and something of its inconceivable mystery</em>. <img class="alignright" title="Silent Moon" src="http://www.topnews.in/files/blue-moon-wolf-full.jpg" alt="" width="480" height="386" /></p>
<p>Wow.</p>
<p>Diese Liste ließe sich nahezu endlos weiterführen und würde trotzdem nicht all den wundervollen Zitaten gerecht, die sich zu diesem Thema finden lassen. Einen meiner Meinung nach besonders poetischen Ausspruch von Joyce Kilmer habe ich allerdings zufällig vergangene Woche ausfindig gemacht und möchte ihn an dieser Stelle auf keinen Fall unterschlagen, da alles darin vorkommt, was das mondsüchtige Herz höher schlagen lässt: Märchen, Dichter, Mondstrahlen – und sogar Gänseblümchen: <em>The fairy poet takes a sheet of moonbeam, silver white; His ink is dew from daisies sweet, his pen a point of light</em>.</p>
<p>Warum ich ausgerechnet heute Nacht über den einzigen Trabanten unseres Planeten geschrieben habe? Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt gerade mal läppische zehn Prozent des zunehmenden Mondes erreicht, und mit dem nächsten Vollmond ist nicht vor dem 30. März zu rechnen. Und mit irgendwas muss ich mir ja bis dahin die schlaflose Zeit vertreiben … Gute Nacht.</p>
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		<title>Polarwinter in Komi – Abenteuer ist sein Job</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 21:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Polarwinter in Komi - Heute lassen wir Jörg Lück wieder selbst zu Wort kommen, wenn es darum geht, von seinen Erlebnissen als Service Engineer auf der weltweiten Jagd nach dem schwarzen Gold zu berichten. Lehnen wir uns also zurück und freuen uns, etwa 4500 Kilometer entfernt von diesem wirklich kalten Fleckchen Erde zu leben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Winterimpressionen einer Bohrung" src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/jan06_snow_ea_and_duq.jpg" alt="" width="480" height="360" /></p>
<p><em>Dabei hat Jörg Lück weder Archäologie studiert noch ist er im Besitz einer Kopfbedeckung der Marke Mayser, wie sie der legendäre Indiana Jones zu tragen pflegt – aber auch ein Diplom-Geologe kann auf der Suche nach dem schwarzen Gold Filmreifes erleben – wie wir spätestens seit unserem Interview wissen</em> (http://www.pr-indianer.de/?p=748).</p>
<p>Der Winter hatte uns die letzten Monate selbst hier in Deutschland fest im Griff &#8211; kaum ein Jahr, in dem die ersten Schneeglöcken und Märzenbecher so sehnsüchtig erwartet wurden wie in diesem neuen Jahrzehnt. Doch Kälte und Schnee im Allgemeinen und  &#8220;Winter&#8221;  im Besonderen sind relative Begriffe. Was für uns schon der gefühlte Winterhorror war, entlockt einem Bewohner der Republik Komi in Russland vermutlich nur ein müdes Lächeln. Heute lassen wir Jörg Lück wieder selbst zu Wort kommen, wenn es darum geht, von seinen Erlebnissen als Service Engineer auf der weltweiten Jagd nach dem schwarzen Gold zu berichten. Lehnen wir uns also zurück und freuen uns, etwa 4500 Kilometer entfernt von diesem wirklich kalten Fleckchen Erde zu leben &#8230;</p>
<p><span id="more-793"></span></p>
<p><strong>&#8220;Sperry-Sun-Adventure Tours&#8221;</strong></p>
<p>oder:</p>
<p>Wie ich den Winter auf einer Erdölbohrung in Russland erlebte</p>
<p>(von Jörg Lück)</p>
<p>„Hi Jörg, wir brauchen hier eine Kopie von Deinem Reisepass, wenn es geht sofort.“ Am Telefon war Torben, mein Supervisor aus Dänemark. „Kein Problem „ erwiderte ich. „Ich scann ihn ein und schicke die Kopie per E-Mail“.  Wenig später erfuhr ich dann auch warum. Eigentlich sollte ich, wie normal, auf eine Bohrinsel in die Nordsee, aber kurzfristig musste ich dann nach, genau … nach Russland. Und zwar an den Polarkreis, in den Komi-Distrikt,  etwa 4500 Km von Hannover entfernt. Ich kaufte noch schnell einige warme Sachen, ich meine richtig warme, und zwei Tage später reiste ich ab.</p>
<p>Zuerst fuhr ich mit dem Zug nach Berlin, wo ich in der russischen Botschaft ein Visum kaufen musste. Die Einladung in das Riesenland hatte ich bereits am Vortag per Fax erhalten (dafür wurde meine Passkopie benötigt). Am späten Nachmittag flog ich mit der Aeroflot nach Moskau. Dort waren es bereits –2 Grad. Im Vergleich mit den 12 Grad Plus zu Hause schon ein Unterschied. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Viel schlimmer. In Moskau übernachtete ich mit zwei anderen Kollegen im Novotel. Ein Hotel vom Allerfeinsten, was ich Moskau, bzw. Russland, gar nicht zugetraut hätte. Die Marktwirtschaft lässt sich eben nicht aufhalten.</p>
<p>Am nächsten Morgen wurden wir von einem Fahrer der Moskauer Firmenniederlassung abgeholt. Von ihm erfuhr ich dann auch gleich, dass für mich kein Flugticket vorliegt. Also musste ich schnell noch eins kaufen. Mit viel Palaver und einigem Hin und Her klappte es auch und ich war um 3000 Rubel ärmer. Zum Flieger (eine Tupolev 134) musste ich mit meinem Gepäck fast laufen, weil ich auf den allerletzten Drücker kam. Schliesslich saß ich in einem der „bequemen“ Klapp-Gartenstühle des antiquierten russischen Flugzeuges. Nach einer fast einstündigen Wartezeit hoben wir ab in Richtung Nord-Nordost.</p>
<p>Nach zweieinhalb Stunden Flugzeit landete das Flugzeug auf dem Airport von Usinsk. Es war eigentlich nur mehr ein Rollfeld als ein Flughafen. Das Abfertigungsgebäude hatte den Charme eines Vorstadtbahnhofs im Stil der 50er Jahre Die Außentemperatur betrug –17 Grad. Der Fahrer der kanadischen Ölfirma wartete im geheizten Bus, um uns zum Bahnhof zu fahren. Mittlerweile war es kurz nach 15:00 Uhr und stockdunkel.</p>
<p>Eine Zugfahrt in Russland ist ein Erlebnis ganz besonderer Art. Wer es jemals erlebt hat, weiß, wovon ich spreche. Alle anderen sollten sich dieses Erlebnis wirklich einmal antun. Nach einer guten Stunde Fahrzeit erreichten wir unser Ziel. Kein Bahnhof weit und breit. Der Zug hielt einfach mitten in der „Pampa“. Wir stiegen aus, und ich versank knietief im Schnee. Von Weitem sahen wir die Scheinwerfer des LKW, welcher uns vom Zug abholte. Nach 10 Minuten Fahrzeit auf festgefahrener Schneepiste waren wir da. Ich kam mir vor wie in einem Film. Ein Bohrturm ragte aus dem Nichts, in einer Art Klärteich wurde Gas abgefackelt. Überall Schwaden von Rauch. Die Unterkunft war nichts weiter als ein armseliger Bretterverhau. Glücklicherweise waren überall in den Räumen Elektroheizungen aufgestellt, denn mittlerweile betrug die Temperatur –32 Grad. Ich kam mir vor, als wäre ich gerade in einem der gefürchteten Gulags eingeliefert worden. Es war Freitag, der erste Dezember 2000. Zu Hause hat mein Sohn (der Große) vor einigen Stunden das erste Türchen seines Adventskalenders aufgemacht …</p>
<p>Wir checkten unser Equipment und stellten fest, dass genau die Tools, welche wir für den nächsten Bohrabschnitt benötigen, fehlten. Nach unzähligen Telefonaten, die mit Hilfe eines der Dolmetscher geführt wurden, erfuhren wir, wo sich die Ausrüstung befand. Auf einem Ölfeld, ca. 5 Stunden mit dem Zug südlich von unserer Bohrung. Ich sollte am nächsten Morgen früh um 6 mit dem Zug losfahren, die Ausrüstung begutachten und die fehlenden Teile verladen. Vorerst war nichts weiter zu tun und ich „freute“ mich schon riesig auf den nächsten Tag.</p>
<p>Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass ich am Nachmittag mit dem Zug nach Petchora fahren würde, um einige Sonden mitzunehmen, sowie die benötigten Teile zu begleiten. Die Nachricht nahm ich erleichtert auf, zumal die Basis der Ölfirma ein eigenes „Hotel“ besitzt, indem sich auch eine Bar befinden sollte. Zunächst hieß es aber, Kabel verlegen. Am Vortag hatten wir Temperaturen von –32 Grad. Heute wurden noch einige draufgelegt. Bei Temperaturen von –42 Grad macht das Arbeiten an der Luft auch bei noch so guter Schutzkleidung keine richtige Freude.  Die Luft gefriert einem fast in der Nase und das Atmen schmerzt. Also machten wir alle 10-15 Minuten eine Pause. Schließlich war es geschafft. Jedenfalls für mich, denn es hieß Abfahrt zur Bahnstation. Mit zwei russischen Angestellten der Ölfirma ging ich auf Reisen in Richtung Petchora.</p>
<p>Der Zug war voll. Überall waren Menschen. Einige saßen zusammengekauert in der Ecke und schliefen, einige lagen auf den Pritschen über den Sitzplätzen, einige saßen und tranken Bier oder Wodka oder beides und einige aßen Abendbrot. Für meine verwöhnte westliche Nase waren all diese unterschiedlichen Aromen von altem Schweiß, Machhorkas und Knoblauch gewöhnungsbedürftig. Auf Verdacht hatte ich mir in Berlin noch eine Flasche Bourbon gekauft, die mich stets begleitete. Ein Kauf, den ich nicht nur in diesem Moment keine Sekunde bereute.</p>
<p>In Petchora wurde ich zum Camp gefahren, dem Stützpunkt der Ölfirma. Dort teilte man mir freudestrahlend mit, dass die benötigten Teile soeben auf „meiner“ Bohrung eingetroffen waren. „Hier im Camp sind noch vier Sonden, die kannst Du morgen früh mitnehmen. Wir treffen uns um 7 Uhr“, erfuhr ich von einem Mitarbeiter, der mich auch am nächsten Tag begleiten sollte. Ich ging in mein Zimmer und verabredete mich für später mit einem holländischen Techniker auf ein Bier in der „Bar“. Ich erzählte ihm von meinem Glück, dass ich diesen Trip im Grunde völlig umsonst gemacht hatte. Sein Kommentar sprach für sich: „Willkommen in Russland“. Mir fällt in diesem Zusammenhang ein Lied von Mike Krüger ein, in dem es darum geht, dass ein Truckfahrer 120 Schweine nach Beirut bringen sollte, mit all den damit verbundenen Strapazen. Dort angekommen erzählt man ihm … “Du solltest bringen Schafe, wir hier nix essen Schwein“. Die letzte Strophe lautet … “und ich weine fast vor Glück, Jetzt fahr‘ ich 120 Schweine auch zurück“.</p>
<p>Die folgende Nacht war mit –46 Grad die bislang kälteste. Auch im Zug war es lausig kalt, denn die Öfen waren noch nicht auf Touren. In den Waggons wird tatsächlich noch mit Kohle geheizt. Der Zug stand die ganze Nacht auf dem Gleis, und eingeheizt wurde erst kurz vor Abfahrt. Knapp drei Stunden später war ich wieder wohlbehalten auf der Bohrung angekommen. Die Motoren der Fahrzeuge, seien es LKW, Kleinbusse oder Raupen mit Schneeschiebern, waren jetzt Tag und Nacht am Laufen, damit sie nicht kaputtfroren. Auf den Sitzen durften sogar die Hunde, von denen hier eine ganze Menge herumliefen, liegen bleiben, um sich zu wärmen. Glücklicherweise kam ich pünktlich zur Mittagszeit. Es gab, und ich sollte lernen, dass es fast jeden Tag so sein sollte, Frikadellen mit Kohl. Am Nachmittag mussten wir noch einige Kabel verlegen, die Sonden testen und weitere Vorbereitungen treffen.</p>
<p>Kälte, schlechtes Material und noch mal Kälte sorgten dafür, dass sich auf der Bohrung so gut wie nichts oder nur sehr wenig tat. Die Pumpen rumänischer Bauart gaben regelmäßig den Geist auf, die Bohrspülung fror ein, oder es gab Probleme mit vereisten Aggregaten. Und damit begann für uns Service Engineers die Zeit des Wartens.</p>
<p>Nach vier langen Tagen und Nächten war es dann soweit. Wir konnten endlich das tun, wofür wir bezahlt wurden, nämlich weiterarbeiten. Eine Woche später war der Job erledigt und wir flogen nach Hause. So klappte es also doch mit Weihnachten bei der Familie. Angenehme Temperaturen von 2 Grad ließen den russischen Winter schnell vergessen. Und wenn Torben noch mal anruft und nach meiner Passkopie fragt … Russland, ich komme wieder.</p>
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		<title>To the Stars: Von Theresienstadt ins All</title>
		<link>http://www.pr-indianer.de/?p=778</link>
		<comments>http://www.pr-indianer.de/?p=778#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 11:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[kreativWERKstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Autoren]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pr-indianer.de/?p=778</guid>
		<description><![CDATA[p>Es gibt eine Weisheit der nordamerikanischen Ureinwohner, die da lautet: Everything the Power of the world does is done in a circle. The sky is round  and I have heard that the earth is round like a ball and so are all the  stars.</p>
<p>Alles im Leben ist also miteinander verbunden, und manches Mal auf eine Weise, die uns innehalten und nachdenklich werden lässt.</p>
<p>Was verbindet jene Weisheit mit einem Jungen in Auschwitz, der Raumfähre Columbia und dem Asteroiden 50413?</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="To the stars" src="http://zuserver2.star.ucl.ac.uk/~idh/apod/image/9611/columbia_jan96_big.jpg" alt="" width="377" height="302" /></p>
<p>Es gibt eine Weisheit der nordamerikanischen Ureinwohner, die da lautet: Everything the Power of the world does is done in a circle. The sky is round  and I have heard that the earth is round like a ball and so are all the  stars.</p>
<p>Alles im Leben ist also miteinander verbunden, und manches Mal auf eine Weise, die uns innehalten und nachdenklich werden lässt.</p>
<p>Was verbindet jene Weisheit mit einem Jungen in Auschwitz, der Raumfähre Columbia und dem Asteroiden 50413?</p>
<p><span id="more-778"></span></p>
<p>Während meiner Zeit in der Redaktion eines Geschichtsverlages war ich unter anderem mit Bildrecherchen für Artikel betraut, die sich mit dem Dritten Reich beschäftigten. Als ich mich dort beworben hatte, war Geschichte für mich nicht mehr und nicht weniger als Wissen, das in der Schulzeit erworben und gelegentlich durch Fernsehdokumentationen intensiviert wurde. Auf das, was mich bei der Sichtung von Zeitzeugnissen erwartete, war ich keineswegs vorbereitet, denn plötzlich geschah etwas, was mir bisher eher selten widerfahren ist &#8211; Geschichte bekam ein Gesicht. Viele Gesichter, um genau zu sein. Doch eines ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben und durch ein Gespräch, das ich am Wochenende geführt habe, mit einem Mal wieder ins Bewusstsein gerufen worden: das des Petr Ginz.</p>
<p><img class="alignleft" title="Petr Ginz" src="http://www.petrginz.de/imgs/petr_ginz.jpg" alt="" width="185" height="240" /></p>
<p>1928 in Prag geboren, 1944 in Auschwitz getötet. Gerade mal 16 Jahre Leben, in denen der hochtalentierte Petr Zeichnungen, Geschichten und Romane im Stil Jules Vernes schuf. Eine seiner Zeichnungen sollte lange nach Petrs Tod auf eine ungewöhnliche Reise gehen. Sie stellt die Erde, vom Mond aus betrachtet, dar. Eine Kopie dieses Bildes nahm der israelische Astronaut Ilan Ramon im Januar 2003 mit an Bord der Raumfähre Columbia, die, wie sich die meisten von uns sicher noch erinnern, im Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wegen eines defekten Hitzeschildes explodierte. Alle Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Ein trauriger Kreis, der sich nun vollends geschlossen hatte?</p>
<p>Petr Ginz hatte eine Schwester, die den Holocaust überlebte. Kurz nach dem tragischen Absturz der Columbia erfuhr sie, dass Tagebücher ihres Bruders gefunden worden waren. Seit 2006 ist dieses besondere Zeitdokument auch als deutschsprachige Ausgabe veröffentlicht (Prager Tagebuch 1941-42, hrsg. von Chave Pressburger).<img class="alignright" title="Die Erde, vom Mond aus betrachtet" src="http://www.zchor.org/ginz2.jpg" alt="" width="240" height="337" /></p>
<p>Warum ich ausgerechnet heute darüber schreibe? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil es für alles den richtigen Zeitpunkt gibt. Vielleicht auch, weil Geschichte nichts sein sollte, was in irgendwelchen Archiven vor sich hin staubt. Es gibt kein Abgeschlossensein &#8211; und nun kommt die anfangs zitierte indianische Weisheit ins Spiel &#8211; alles ist stets miteinander verbunden. Seien es Menschen und ihre Taten, ihre Gedanken und Hoffnungen &#8211; oder ihre Träume. Petr hat es übrigens irgendwie dann doch noch in den Weltraum geschafft &#8211; zumindest sein Name, denn besagter Asteroid 50413 wurde nach ihm benannt.</p>
<p>Die Suche nach Wahrheit, Liebe und Menschlichkeit kennt keine Grenzen. Sie verbindet alle nach Antworten strebenden Wesen auf dieser Welt. Vielleicht ist heute auch einfach nur ein guter Zeitpunkt, um mal wieder daran zu denken, was uns verbindet &#8211; und nicht daran, was uns voneinander trennt.</p>
<p>&#8220;Man did not weave the web of life, he is merely a strand in it.</p>
<p>Whatever he  does to the web he does to himself.&#8221;</p>
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		<title>Willkommen in Aserbaidschan – Abenteuer ist sein Job</title>
		<link>http://www.pr-indianer.de/?p=766</link>
		<comments>http://www.pr-indianer.de/?p=766#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 13:59:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Launert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[kreativWERKstatt]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Baku]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Lück]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Jahren hält Jörg seine Erlebnisse und Impressionen, die zum Teil auch schon im Mitteilungsblatt des Bundesverbandes Deutscher Geowissenschaftler (BDG) veröffentlicht wurden, schriftlich fest. Wir PR>Indianer finden, dass es an der Zeit ist, Jörg Lück mit seinen Beiträgen in unserem Indianerblog selbst zu Wort kommen zu lassen. Wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam in die aufregende Welt Aserbaidschans einzutauchen und Jörg durch die Straßen der Hauptstadt Baku zu begleiten, die ihren Beinamen Little Aberdeen nicht ohne Grund trägt …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dabei hat Jörg Lück weder Archäologie studiert noch ist er im Besitz einer Kopfbedeckung der Marke Mayser, wie sie der legendäre Indiana Jones zu tragen pflegt – aber auch ein Diplom-Geologe kann auf der Suche nach dem schwarzen Gold Filmreifes erleben – wie wir spätestens seit unserem Interview wissen </em>(<a href="../?p=748">http://www.pr-indianer.de/?p=748</a>).</p>
<p>Seit einigen Jahren hält Jörg seine Erlebnisse und Impressionen, die zum Teil auch schon im Mitteilungsblatt des Bundesverbandes Deutscher Geowissenschaftler (BDG) veröffentlicht wurden, schriftlich fest. Wir PR&gt;Indianer finden, dass es an der Zeit ist, Jörg Lück mit seinen Beiträgen in unserem Indianerblog selbst zu Wort kommen zu lassen. Wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam in die aufregende Welt Aserbaidschans einzutauchen und Jörg durch die Straßen der Hauptstadt Baku zu begleiten, die ihren Beinamen <em>Little Aberdeen </em>nicht ohne Grund trägt …</p>
<p><img class="alignleft" title="Altstadt von Baku" src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/2010-03-09_baku_altstadt.jpg" alt="Altstadt Bakus, Hauptstadt von Aserbaidschan" width="480" height="360" /></p>
<p><span id="more-766"></span></p>
<p><strong>„Little Aberdeen“ </strong>(von Jörg Lück)<strong><br />
</strong></p>
<p>Ich werde oft gefragt, in welchem Land ich denn im Moment arbeite. Meistens bekomme ich auf meine Antwort ein: “Wie bitte? Wo ist das denn? Kenn ich nicht!” zu hören. Bei meinem derzeitigen Einsatzort handelt es sich ja auch nicht unbedingt um ein beliebtes und bekanntes Touristenziel.</p>
<p>Aserbaidschan ist eher für Unruhen im Kaukasus und dessen Hauptstadt Baku für einem James Bond Film bekannt. Insider wissen natürlich auch, dass Baku die Geburtsstadt von Garri Kasparov, dem Schachgroßmeister ist. Immerhin fliegt Lufthansa die Stadt 4 oder 5 mal die Woche direkt von Frankfurt aus an. Nach 4 ½  bis 5 Stunden Flugzeit plus der 3 Stunden Zeitverschiebung bin ich da, in einem Land zwischen Orient und Okzident. Nach einer knappen halben Stunde Fahrt auf dem breiten Heydər Əliyev Boulevard, erreiche ich Bakus Innenstadt. Erstaunlich hell ist es, bunte Lampen schmücken die Anlagen vor den großen Gebäuden und Plätzen. Manchmal wirkt alles etwas kitschig. Es ist natürlich Geschmackssache, hellgrüne und rosafarbene Lämpchen in den Büschen und Bäumen zu platzieren, aber angeblich hat sich der Bürgermeister damit viele Freunde unter der einheimischen Bevölkerung gemacht. An großen Gebäuden vorbei und über breite Strassen geht es weiter. Es ist spät am Abend, und es ist recht ruhig auf den Strassen. Ich werde aber noch früh genug erfahren, was für ein Verkehrchaos hier tagsüber herrscht.</p>
<p>Mein Fahrer bringt mich zum „Crescent Beach Hotel”. Das Hotel liegt  außerhalb der Stadt, direkt am Strand des Kaspischen Meeres. Ein zwei Bierchen und dann ins Bett, denke ich, während ich ein „Corona” bestelle, morgen wird es ein langer Tag werden. „Hallo Jörg, was machst du denn hier?”, höre ich jemanden rufen. Ich drehe mich um und sehe genau in das breite Grinsen eines Kollegen, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Das zu meinem Plan mit den ein zwei Bierchen und zeitig ins Bett.</p>
<p>Am nächsten Morgen, oder besser am späten Vormittag, sehe ich mich etwas um, während ich auf den Fahrer warte und die Aspirin wirken lasse. Am Horizont sehe ich mehrere alte, sowjetische Semisubmersible Drilling Rigs in den Fluten rumdümpeln. Verschrottung auf aserbaidschanisch. Etwas weiter in der Bucht stehen 5 Jack-Ups im Wasser, auch zur Verschrottung. Der Trend geht zu großen, modernen Plattformen, da ist kein Platz mehr für die alten Bohranlagen, sowjetischer Bauart. Die alten, rostigen Dinger haben ausgedient. Es gibt nur noch wenige von den alten Bohranlagen, die für die aserbaidschanische Ölgesellschaft bohren, ohne jeglichen Sicherheitsstandard.</p>
<p>Von unserer Base, die auch außerhalb der Stadt liegt, muss ich wenig später in die Innenstadt, zum Hauptsitz der Firma fahren, um einige Unterlagen zu unterschreiben. Es geht an den über 100 Jahre alten Ölfeldern vorbei, aus denen immer noch gefördert wird. Pumpe steht neben Pumpe, Bohrturm neben Bohrturm- ein Wald aus Stahl und sich auf und ab bewegenden Schwengelpumpen.</p>
<p>Die Fahrt durch das Verkehrsgetümmel von Baku ist abenteuerlich. Wracks auf Rädern, russische Wolgas und die allgegenwärtigen Ladas geben sich ein Stelldichein. Ich bin aber überrascht, wie viele BMWs und Mercedes Benz Limousinen durch die Strassen fahren, sogar einen Hummer habe ich gesehen. Immer wieder werde ich gefragt, schließlich bin ja Deutscher, was ich von BMW und Mercedes halte. Meine Erwiderung, dass ich mir absolut nichts aus Autos mache und nur einen VW Passat fahre, wird mit Fassungslosigkeit und sichtlicher Enttäuschung quittiert. Als Deutscher muss man sich anscheinend als BMW- oder Mercedes- Fan „outen”. Kreuz und quer geht es durch die Stadt. Auf zweispurigen Strassen quälen sich 3er und 4er Reihen von Autos. Ampeln dienen nur der Dekoration, und jeder Fußgänger schwebt in akuter Lebensgefahr, wenn er die Strasse überqueren möchte. Hier gilt die Macht des Stärkeren, und als Fußgänger hat man nichts zu bestellen. Sogar durch die Altstadt, der „Old City“ brummen Autos und LKW. Schade, denn die Altstadt mit der alten Stadtmauer, den Türmchen und dem „Maiden Tower” (wohl das Wahrzeichen Bakus) ist wirklich sehenswert und schön restauriert.</p>
<p>Am nächsten Tag mache ich einen Bummel durch die Innenstadt Bakus. Vom “Fountain Square”, einem großen, terrassenförmigen Platz, mit vielen Brunnen und Wasserspielen, gesäumt von Pinien, gelange ich direkt in die Fußgängerzone. Überall wuseln kleine Spielzeug-Elektroautos, die von Kindern gefahren werden, herum. Am McDonalds geht es am „open air Basar“ vorbei. Dort habe ich von einem Russen gute, alte Vinyl Jazz- Schallplatten von Gerry Mulligan, Count Basie etc. erstanden. Mittlerweile bin ich bei ihm Stammkunde, und wir begrüßen uns wie alte Freunde. Die Fußgängerzone bietet aber sonst nichts besonderes, wenn man vielleicht von den DVD-Shops absieht, in denen man alles an Raubkopien finden kann, was es gibt: Filme, Playstationprogramme, Software, einfach alles. In den Seitenstraßen gibt es reichlich Kneipen und Restaurants. Jetzt weiß ich auch, warum Baku den Beinamen „Little Aberdeen” trägt. Schottische und englische Bars überall und überwiegend Schotten darin. Eine Ölstadt ist und bleibt eben eine Ölstadt. Allerdings vermeide ich es, in eine der Kneipen zu gehen, zu groß ist das Risiko, mal wieder einen alten Bekannten zu treffen, denn wie das endet, weiß ich mittlerweile.</p>
<p>Tags drauf muss ich auf die West-Azeri Platform zum Arbeiten. Am frühen Morgen werde ich nach Zabrat, dem Heliport, gefahren. Der Heliport liegt in der Nähe des Flughafens, ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde Fahrzeit vom Hotel entfernt.</p>
<p>In den Außenbereichen der Stadt ist es bedeutend ärmlicher und schmutziger als im Zentrum. Allgegenwärtig ist der feine Sand und Staub, und überall sind ältere Frauen damit beschäftigt, mit ausgefransten Reisigbesen die Strassen zu fegen, was bei der ständigen Brise allerdings ein recht aussichtsloses Unterfangen darstellt. Anscheinend handelt es sich dabei um AB-Maßnahmen, denn die Frauen tragen alle eine städtische Arbeitsweste. Auch hier fahren wir durch alte Ölfelder. Das Gelände gleicht einer Mondlandschaft, irgendwo werden Reifen verbrannt, es stinkt, Kinder spielen im schwarzen Schlamm. Rechts an der Strasse wartet unter einem Schleppdach ein Rind auf seine Schlachtung. Ein paar Häuser vorher hat es der Kollege schon hinter sich – in zwei Hälften hängt das tote Tier am Haken über dem staubigen Fußweg – ihm werden gerade die Eingeweide herausgenommen. Ein paar Kilometer weiter baumelt an einem Horn der Kopf eines Rindes hin und her &#8211; die Zunge hängt weit aus dem offenen Maul heraus. Daneben wird eine Schafherde über die Strasse zum Schlachter getrieben, und neben ihren Autos warten Bauern auf Kundschaft für ihre Melonen, Pfirsiche und dergleichen. All das wird direkt aus dem Kofferraum verkauft.</p>
<p>Zehn Minuten später bin ich in Zabrat. Die Wartehalle des Heliports ist brechend voll. Überall sehe ich Azeri mit vollen Taschen, Tüten und Koffern. Schwarz ist die Farbe dieses Morgens, denn fast alle Menschen sind in schwarz gekleidet. Die charakteristische schwarze Lederjacke hat hier jeder an. Ich muss wohl ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt haben, denn ein Engländer kommt auf mich zu und erklärt mir, dass das die Arbeiter sind, die auf den aserbaidschanischen Anlagen arbeiten und nicht auf den BP-Plattformen, so wie wir. Ich komme aus dem Staunen echt nicht heraus, da hat einer tatsächlich einen Karton mit Eiern in seinem Gepäck. Schließlich checke ich ein. Gepäck wird durchleuchtet und dann muss ich zum Alkoholtest. BP versteht hinsichtlich Alkohol auf den Bohr- und Förderanlagen keinen Spaß. Wer über 0.0 <sup>0</sup>/<sub>00</sub> hat, fliegt &#8211; allerdings nicht auf die Plattform, sondern raus, aus der Firma.</p>
<p>4 Wochen später lande ich wieder in Zabrat. Der Off-shore-Trip ist zu Ende, mein Flug nach Hause geht morgen früh. Wir waren zu siebt in der kleinen Sikorky S-76, die uns an Land gebracht, hat und im Bus, der uns zum Terminal bringt, ist die Stimmung bei strahlendem Sonnenschein und bei guter Musik aus dem Radio, super gut. Hinter mir höre ich Gareth, den Well- side Geologist murmeln: „I hate my job, I love my job, I hate my job, I love my job.“ So geht es mir auch alle 4 Wochen.</p>
<p>Du fliegst weg, dann ist es der schlimmste Job den es gibt, 4 Wochen später dann der beste Job der Welt. Ich freue mich auf zu Hause, auf meine Familie, meine Frau, die Jungs, den regnerischen November, das Celtic Inn in Burgdorf und natürlich auf die AWD-Arena wenn die Roten wieder spielen.</p>
<p>Bis es dann in 4 Wochen wieder heißt: “Was? Wohin fliegst du? Nach Baku? Wo ist das denn?&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="Plattform im Kaspischen Meer" src="http://www.die-satzschmiede.de/photos/2010-03-09_baku_sonnenuntergang.jpg" alt="" width="480" height="360" /></p>
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